Gesundheit der Pflegekräfte

Gesundheit der Pflegekräfte

„Ich kann nur gut pflegen, wenn es mir gut geht“

(Pflege-Lehrbuch von Liliane Juchli)

Für die meisten Deutschen steht die Gesundheit an erster Stelle (faz.net) Also weit vor der Arbeit.

Im Bereich der Pflege trifft beides unweigerlich aufeinander. Menschen im Pflege- und Gesundheitswesen sind körperlichen und geistigen Belastungen ausgesetzt. Das führt dazu, dass im Vergleich zu anderen Branchen der Krankenstand höher ist (www.sovd.de)

Dieser ,,Zustand“ ist keine Neuigkeit. Ebenso wenig, wie die Tatsache, dass in der Pflege einfach Personal fehlt. Und zwar in fast allen Bereichen.

Blick in die Zukunft

Aktuell wird versucht, vieles zu regeln. Da gibt es:

Ebenso wird versucht Kräfte aus dem Ausland oder ,,Aussteiger“ für die Pflege zu gewinnen.

In Jahr 2020 hat die Corona-Pandemie jedoch gezeigt, wie schlecht es bereits um die Pflege steht. Was jahrelang versäumt worden ist, soll nun innerhalb kurzer Zeit wettgemacht werden? Das ist wie beim Zu- und Abnehmen. Es dauert 5 Jahre, um 20 kg zuzulegen und diese sollen dann wieder innerhalb von 3 Monaten runter? Sowas kann langfristig weder gesund sein, noch nachhaltig funktionieren.

Und mir persönlich begegnen auch immer wieder Leute, die meinen, dass es so schlimm ja gar nicht sein kann, weil das System ja noch nicht kollabiert ist. Ehrlich, ich glaube nicht, dass das überhaupt jemand ernsthaft wollen kann.

Was passiert eigentlich, wenn nicht genug Fachpersonal da ist?

Die Arbeit bleibt bei denen hängen, die da sind. Das heißt es wird eine hohe Arbeitsbelastung geben. Bereits heute gibt es eine hohe Fluktuation. Gründe hierzu siehe Grafik:

Gesundheit Pflegekräfte

Quelle: https://images.app.goo.gl/rSy92cKvPScFEd1bA

Die hohe Arbeitsbelastung liegt bereits auf dem dritten Platz. Folgen einer solchen Belastung sind oft physische und psychische Krankheiten. Der zweite Punkt ,,Kündigung in der Probezeit durch die Einrichtung“ ist etwas überraschend. Vermutet werden kann, dass die Einrichtungen selbst diejenigen aussortieren, die der hohen Belastung nicht gewachsen sind und/oder eben nicht alle Prozesse der Einrichtungen einhalten und diese hinterfragen. Dies sind lediglich Mutmaßungen.

Bleibt der Personalmangel bestehen und nehmen Krankheiten der Pflegefachkräfte zu, kommt es dazu, dass langfristig noch weniger Personal zur Verfügung steht und die Belastungen steigen. Es ist eine Abwärtsspirale, die irgendwann mit negativen Konsequenzen enden wird, die nicht nur die Pflegebranche, sondern uns als gesellschaftliche Gemeinschaft betreffen.

Je mehr Pflegefachkräfte auch aus gesundheitlichen Gründen fehlen, umso weniger Betreuung ist für uns im Krankheits- und/oder Pflegefall dar. Das heißt auch wir werden merken, dass einfach Menschen fehlen, die uns im Alltag unterstützen oder dabei helfen wieder gesund zu werden. ,,Human Resources“ sind endlich.

Somit werden neben der Anzahl der erkrankten Pflegefachkräfte auch die Anzahl der Menschen steigen, die verunfallen, versterben, länger erkranken.

Was wir alle tun können

Zuerst einmal Verständnis für den anderen haben. Seit der Pandemie sind mir zwei Menschengruppen extrem aufgefallen:

  • die, die sich in andere hineinversetzen können und ein hohes Maß an Empathie haben
  • die, die alles auf sich beziehen und denen es schwer fällt andere zu verstehen

Es gibt eine Spaltung der Mentalität. Beide ,,Seiten“ haben ihre Gründe, warum sie die Dinge so sehen, wie sie sie sehen.

Das ist bei Pflegefachkräften und Angehörigen nicht anders. Es wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Blöd nur, dass wir alle im selben Boot sitzen, wie man so schön sagt. Und wenn einer auf dem anderen rumhackt, bekommt das Boot auch was ab, es gibt Löcher, Wasser sickert ein und wir gehen alle unter.

Genau das passiert in der Pflege. Fachkräfte fehlen seit Jahren. Corona hat es offensichtlicher gemacht. Aufeinander losgegangen wird dennoch.

weil:

  • einige mehr Geld fordern
  • Pflege teurer wird
  • Betreuungsleistungen nicht ordentlich erbracht werden(können)
  • viele reden
  • Änderungen kurzfristig gedacht und geplant werden
  • usw.

Diese Liste ließe sich um viele weitere Punkte ergänzen. Was uns alle betrifft, ist die Gesundheit. Unsere eigene und die der Pflege- und Gesundheitsberufe. Beides bedingt einander. Sind Pflegende krank, nützt das dem Gepflegten nicht. Nur gesund, können Menschen anderen helfen.

Auch sehe ich persönlich hier neben der Politik und Gesellschaft, die Arbeitgeber in der Pflicht. Die Themen betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement gehören ganz oben auf die Liste. Kombiniert mit den Themen Mitarbeiterbindung und Mitarbeitergewinnung.

Einige Versicherungsunternehmen haben diese Themen aufgegriffen und bringen sich stark bereits bei der Prävention ein. Da gibt es bspw.

  • Fitnesskurse für Angestellte über Arbeitgeber (offline und online)
  • Zusatzversicherungen mit Themen wie Vorsorge/Prävention
  • Ernährungsberatung bzw. Leitfäden

und weiteres.

Dabei geht es nicht nur in Richtung der Krankenversicherung. Ebenso können Themen wie betriebliche Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch betriebliche Pflegeversicherung über den Arbeitgeber abgesichert werden.

Hier werden Vorsorge und Nachsorge in Konzepten oder Produkten vereint.

Für mehr Informationen zu diversen Konzepten stehen wir gerne bereit