Schüler-BU

Was ist Berufsunfähigkeit

Kurz und knapp: Berufsunfähig (BU) ist, wer seine ,,zuletzt ausgeübte Tätigkeit“ nicht mehr ausüben kann. Und zwar dauerhaft. Bei der Tätigkeit wird nicht zwischen Beruf und Nicht-Beruf unterschieden.

Deshalb können auch Nichtberufstätige durchaus eine Rente aus einer Berufsunfähigkeit beziehen. Allerdings oft nur, wenn sie diese Privat abgeschlossen haben. Die staatliche Berufsunfähigkeitsrente ist kaum noch relevant. Sie wurde abgeschafft und betrifft nur noch diejenigen, die vor dem 01.01.1961 geboren sind.

Die eigens abgeschlossene BU läuft über die Versicherungsunternehmen. Liegt Berufsunfähigkeit vor, zahlen die Versicherungsunternehmen eine BU-Rente aus. Grundsätzlich sind hierbei (neben vorher festgelegter Rentenhöhe) drei Aspekte wichtig:

  • zuletzt ausgeübte Tätigkeit
  • dauerhafte Einschränkung
  • über 50% der Tätigkeit können nicht mehr vollbracht werden

Tatsächlich scheitern die meisten Anträge an den 50%. Kleiner Tipp am Rande (und Hinweis vor allem für Arbeitgeber): eine ausführliche und eindeutige Tätigkeitsbeschreibung kann manche Bürokratie bei Antragstellung mindern.

Schüler ist kein Beruf

Das Wort Berufsunfähigkeit kann leider etwas in die Irre leiten. Denn tatsächlich ist bei der Prüfung der Berufsunfähigkeit nicht der Beruf an sich relevant, sondern die Tätigkeiten, die ausgeübt wurden.

Ein Beispiel:

Zwei Menschen haben den gleichen Beruf. Sie arbeiten als Monteure. Währen der eine jedoch überwiegend unterwegs ist und hauptsächlich körperliche Tätigkeiten zu meiner Arbeit gehören, macht der andere überwiegend administrative Aufgaben und sitzt mehr im Büro.

Würden beide nun körperlich beeinträchtig sein, bspw. die linke Hand kann nicht mehr gedreht werden. So wurde eine BU bei dem Monteur, der mehr im Büro ist unwahrscheinlicher sein.

Auch bei Schülern wird die Tätigkeit geprüft. Hier kommt es darauf an, wie sich der allgemeine Schulalltag gestaltet. Ist dieser zu mehr als 50% dauerhaft nicht mehr zu bewerkstelligen, liegt Schulunfähigkeit vor. Hier kann es unter Umständen zur Auszahlung einer BU-Rente kommen.

Ist eine Schüler-BU sinnvoll?

Ja, das ist sie.

Vorausgesetzt sie passt ins eigene Versicherungskonzept und die Leistungen sind entsprechend qualitativ. Mit qualitativer Leistung ist nicht nur die Rentenhöhe gemeint. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Vertrag langfristig möglichst flexible gestaltet werden kann.

Im Optimalfall sollte die BU-Versicherung bis zum 67. Lebensjahr laufen und die Möglichkeit für eine Verlängerung darüber hinaus offen halten. Die Wahrscheinlichkeit länger zu arbeiten ist hoch.

Viele Schüler-BUs können ab dem 10. Lebensjahr abgeschlossen werden.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass Ereignisse wir Hochzeit, Arbeitsplatzwechsel, Umzug, Geburt eines Kindes etc. es eventuell erforderlich machen, die Höhe anzupassen. Diese Möglichkeit sollte der Vertrag in jedem Fall bieten.

Was den Schulbesuch betrifft, sollte es auch möglich sein, dass der Bezug der Rente machbar ist, auch wenn eine andere Schulform besucht werden könnte. Es wird auf die sogenannte abstrakte Verweisung verzichtet.

Beraten lassen!

Grundsätzlich gilt, vor Abschluss solcher komplexen Versicherungen, dass eine umfassende Beratung erfolgt. Entsteht ein ungutes Gefühl, wenn es zum Abschluss kommt, sollte man die Entscheidung tatsächlich lieber in Frage stellen. Unser Bauchgefühl ist oft zuverlässiger als Fakten.

Wer sich sicher ist und alle Fragen geklärt hat, sollte sich seiner Entscheidung sicher sein.

Die hier genannten Informationen stellen nur einen Teil dar und ersetzen keine Beratung! Ist eine solche gewünscht, dann bitt Beratungstermin vereinbaren .

Vielen Dank.